Mittlerweile bin ich seit vier Jahren und einem Monat selbständig. Viel Zeit ist vergangen und ich habe einige Hindernisse überquert, um dort zu sein, wo ich jetzt bin. Du, als Besucher meiner Website, möchtest vielleicht wissen, mit wem du es hier zu tun hast und genau das werde ich heute nachholen. Ich werde meine Geschichte erzählen. Von Anfang bis Ende. Denn in meinen Augen ist es wichtig zu wissen, mit wem man zusammenarbeitet, damit man ein Vertrauensverhältnis aufbaut und gemeinsam erfolgreich Projekte umsetzt.

Wenn dich ein Teil nicht interessiert, überspring ihn einfach. Für mich ist jedes Ereignis bzw. jede Phase ein Schlüsselmoment, der mich hierher geführt hat und es war schwer für mich zu kürzen ;). Letztendlich geht es darum, dass du mich besser kennenlernst und mehr über mich in den Bereichen erfährst, die dich interessieren. Viel Spaß 🙂

Auf der Suche nach Freiheit und (persönlicher) Weiterentwicklung

Ich habe lange überlegt an welcher Stelle ich mit meiner Geschichte beginne. Ich denke, um zu verstehen wie ich ticke, was meine Werte sind und was mir persönlich wichtig ist, sollte ich bei meinem Studium anfangen.

2007 habe ich begonnen Business Administration und Management zu studieren. Während dieses Studiums, hatte ich zweimal die Gelegenheit ein Auslandspraktikum zu absolvieren, sowie zwei Semester in England zu studieren. Diese Gelegenheiten habe ich selbstverständlich genutzt – dachte ich in diesem Moment noch, dass dies wahrscheinlich einige der wenigen Chancen im Leben sein werden, mehrere Monate im Ausland zu verbringen (little did I know…).

Ich habe sechs Wochen auf Fuerteventura und dann drei Monate in Argentinien meine Praktika gemacht – man sieht schon, das Spanische zieht mich schon sehr lange an :P. Während dieser Praktika war ich das erste Mal überhaupt außerhalb von Europa und dann auch noch allein.

 

Mein Drang nach Freiheit und dem Erkunden dieser wunderschönen Welt, in der wir leben, wurde immer größer.

 

Je ferner die Länder, desto mehr schienen mich die Kulturen zu interessieren, besonders Lateinamerika hat es mir seit Argentinien angetan.

Nichtsdestotrotz zieht es mich nach meinem Studium erst einmal woanders hin. Ich mache ein Praktikum in Deutschland, um Berufserfahrung zu sammeln und gleichzeitig Geld zu sparen für die nächste große Reise. Ich lebte und arbeitet 9 Monate in Australien und besuchte Neuseeland. Das letzte Mal bevor das „Erwachsenenleben“ losgeht.

Während meiner Zeit in Australien, habe ich unbewusst das erste Mal ortsunabhängig gearbeitet – für das Unternehmen, bei dem ich in Deutschland mein Praktikum gemacht habe. Damals 2011 gab es diesen ganzen Hype um Digitales Nomadentum natürlich noch nicht. Aber funktioniert hat es trotzdem sehr gut.

Nach 9 Monaten ziemlich schnellen Reisens und Arbeitens bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich zurück nach Deutschland wollte. Ich war geschafft vom Reisen – von der einen Sache, die mir am meisten Freude bereitet. Es war einfach zu viel auf einmal, ich war monatelang immer nur 2-3 Tage an einem Ort, ohne mir mal Luft zum Durchatmen zu geben und alles zu verarbeiten.

Zurück in Deutschland

Jetzt sollte es also losgehen. Ich war bereit für das Leben als wahrer Erwachsener.

Eigene Wohnung. Fester Job. Let’s go.

Die ersten Monate waren super, ich habe es genossen, meine eigenen vier Wände, Freunde und Familie um mich herum und einen Alltag zu haben. Doch dann wurde der Alltag zu alltäglich (falls man das so sagen kann :P). Und es kam der graue Winter. Ein Winter, wie ich ihn zuvor nie erlebt habe. Ein Winter, der die Sonne tagtäglich hinter den Wolken verstecken ließ und die gute Laune irgendwo im hintersten Eckchen meines Körpers schlummerte.

Ich war unzufrieden, dass irgendwie alles gleich ist. Dass es keine Veränderung gibt, dass nichts Neues mehr passiert und auch, dass ich irgendwie nicht viel Neues lerne und mich nicht weiterentwickle.

In diesen Monaten eröffnete ich meinen Reiseblog – er sollte eigentlich nur mir selbst helfen, ein bisschen länger in meinen Tagträumen des Reisens zu verweilen. Aber es wurde viel mehr – über den Blog erfuhr ich vom Lifestyle, der langsam größer und größer wurde (wenn auch zu der Zeit noch sehr klein im Vergleich zu heute): dem digitalen Nomadentum.

Das will ich auch – dachte mein Wunsch nach Freiheit sofort. Aber wie? Der Prozess, bis ich tatsächlich meinen Job gekündigt und Deutschland hinter mir gelassen habe, hat sich viele Monate hingezogen. Ich war an sich nie sehr selbstsicher und besonders damals kam die Unsicherheit immer wieder und hat mich von meiner Überzeugung, dass es genau das richtige für mich ist, immer wieder zehn Schritte zurück geworfen.

Irgendwann war ich dann tatsächlich bereit und habe meinem Arbeitgeber ca. sechs Monate vorher Bescheid gegeben, dass ich gehen werde. Dass ich mich selbständig machen werde – so richtig wusste ich noch nicht wie, aber irgendwie würde es schon klappen. Das wusste ich tief in mir drin.

Der Beginn

Meinen 1. Tag als Selbständige im Jahr 2014 verbrachte ich noch in Deutschland. Meine Wohnung hatte ich bereits aufgegeben und den letzten Monat verbrachte ich bei meinen Eltern bevor es auf die Galapagos Inseln ging. Hier habe ich eine Zusage erhalten, um dort drei Monate lang einen Work Exchange zu machen. Ich habe ca. 20 Stunden in der Woche für einen Tourenanbieter gearbeitet und dafür Unterkunft, Touren und eine mehrtägige Inselhopping-Tour im Gegenzug erhalten – für mich ein super Deal.

Mit diesem Work Exchange hatte ich noch etwas Zeit, um mir die Selbständigkeit von klein auf aufzubauen, ohne dass ich Kosten für eine Unterkunft decken musste.

 

Gestartet habe ich hauptsächlich mit Übersetzungen, auch mit kleineren Recherche- und anderen Back Office Aufgaben – im Prinzip war ich eine VA von Tag 1 ohne es wirklich zu wissen. Außerdem wollte ich mir ein Reiseplanungsbusiness aufbauen – bin aber aufgrund mangelnder Recherche zu Beginn und nicht ausreichendes Durchhaltevermögen (meine Vermutung) gescheitert. Was aber nicht schlimm war, denn ich konnte so viel aus dieser Erfahrung lernen und heute bin ich der Meinung, dass mich das auch nicht zu 100% erfüllt hätte.

Mexiko

Nach Galapagos bin ich nach Mexiko geflogen. Der Grund hierfür war, dass ich sowohl Latein- als auch Zentralamerika kennenlernen wollte und in Mexiko starten wollte, einfach weil es der nördlichste Ort war und nicht mittendrin wie Ecuador und weil man dort 6 Monate bleiben konnte und ich also dort weiter in Ruhe arbeiten konnte während ich dort lebte.

Naja, wie du ja wahrscheinlich weißt, wenn du dich hier schon ein bisschen umgesehen hast, wohne ich mittlerweile in Mexiko. Richtig schön stereotypisch habe ich nämlich auf dieser Reise meinen Mann kennengelernt und somit Cancun zu meiner „Homebase“ gemacht, wo ich mittlerweile den Großteil des Jahres verbringe.

Nicht so eine schlechte Wahl, wenn du mich fragst, wir haben das ganze Jahr Sommer, das Meer ist quasi vor der Haustür (auch wenn man deutlich weniger dort hingeht als man es für sein Wohlbefinden tun sollte) und zahlreiche Abenteuer warten hier auf einen: ich kann tauchen, wann immer ich möchte, in Cenoten schwimmen, Maya-Ruinen erklimmen oder durch den Dschungel ziplinen. Meine Reiselust kann ich also auch hier ganz gut im Alltag stillen.

Aber zurück zur Arbeit. Zu Beginn meiner Selbständigkeit habe ich noch viele meiner Aufträger über Upwork (Plattform, um Freiberufler zu finden) gefunden, was ich mittlerweile gar nicht mehr nutze. Eines Tages gab es da eine Ausschreibung für eine Stelle, die jemanden für die Reiseplanung und -betreuung vor Ort bei Problemen für Geschäftsreisende suchten. Genau etwas für mich dachte ich mir. Beworben und die Stelle bekommen.

Alles war super. Besser als ständig auf Kundenakquise bei Upwork zu gehen und den lieben langen Tag Übersetzungen zu machen. Es war ein klasse Job und hat mir wirklich Spaß gemacht. Ich habe meinen Horror vor Telefonaten überwunden und viel gelernt. Über ein Jahr habe ich den Großteil meines Einkommens mit dieser Tätigkeit verdient. Aber auch dann kam irgendwann der Punkt, an dem ich nichts mehr wirklich dazu gelernt habe und es jeden Tag das Gleiche war. Außerdem wurden die Arbeitsbedingungen in dem Startup auch immer „strenger“, Arbeitszeiten konnte ich nicht mehr mehr so „frei“ wählen, wie noch zu Beginn, was für das Unternehmen ja auch alles Sinn gemacht hat. Aber mich hat es immer weiter in meiner Freiheit eingeschränkt.

Das heißt nicht, dass ich nicht arbeiten möchte. Ich arbeite sicher mehr als viele Angestellte und liebe, was ich tue. Aber ich möchte selbst bestimmen, ob ich um 6 Uhr morgens oder doch erst um 10 Uhr anfange. Ob ich mittags Feierabend mache oder bis 22 Uhr vor dem Computer sitzen bleibe. Natürlich ist das immer auch abhängig von den Bedürfnissen meiner Kunden, aber zu einem gewissen Grad kann ich selbstbestimmt leben. Das bedeutet Freiheit in meiner Selbständigkeit für mich. Und Selbstverwirklichung ist ja irgendwie der Grund, warum ich diesen Schritt gemacht habe.

Mein Hauptgrund, dass ich mir etwas anderes überlegen wollte, war aber die Routine – die fehlende Weiterentwicklung und Selbstverwirklichung. Als ich mich bereits entschieden habe zu gehen, wurde mir meine Entscheidung abgenommen. Das Projekt wurde zunächst einmal zurückgestellt.

Und so fing ich wieder einmal bei Null an.

Aber so wollte ich es und nur so – mit vielen Versuchen kommt man da hin, wo man hin möchte. Natürlich hatte ich in den Wochen zuvor schon viel recherchiert. Das ortsunabhängige Arbeiten hatte sich sehr sehr weiterentwickelt in dem Jahr, in dem ich nicht ganz so häufig auf Kundenakquise war. Und natürlich war mir der Begriff der Virtuellen Assistenz bereits über den Weg gelaufen. Und genau das wollte ich jetzt für mich ausprobieren. Das klingt nach mir. Das klingt danach ständig neue Dinge auszuprobieren, nicht jeden Tag das Gleiche zu machen, gefordert zu werden und gleichzeitig die Freiheit zu haben, Arbeitsort und -zeit selbst zu wählen.

 

Und das Beste: ich kann Herzensprojekte von anderen ganz tollen Menschen unterstützen! Perfekt!

Virtuelle Assistentin

Genau und seit März/April 2017 mache ich nun genau das. Und ich liebe es. Ich stehe morgens (meistens) mit voller Energie auf und freue mich auf den Tag. Ich liebe die Zusammenarbeit mit meinen Kunden und all die verschiedenen Aufgaben, die ich jeden Tag machen darf.

Ich freue mich, Teil des Herzensprojekts meiner Kunden sein zu dürfen und Ihnen dabei zu helfen, dass sie die notwendige Zeit haben, um es zu schaffen. Ich fühle mittlerweile, dass ich an dem Punkt angelangt bin, dass ich das mache, was ich mich erfüllt. Und all die Erfahrungen der Vergangenheit mit Fehltritten, Versuchen und dem Ausprobieren von Tätigkeiten hat mich hierher gebracht.

An einem Punkt an dem ich sagen kann, ich liebe meinen Lifestyle. Ich bin so unglaublich dankbar, dass ich an einem wunderschönen Ort mit meinem Mann und meinem Hund Negro leben darf, jeden Tag einer Tätigkeit nachgehe, die mir Freude bereitet und ich niemanden fragen muss, wenn ich mal verreisen möchte – sei es, um meine Familie in Deutschland zu besuchen oder um mit einer Freundin einen Monat in Thailand und Bali zu verbringen – ich kann meine Arbeit einfach mitnehmen und meine Zeit frei einteilen.

 

Denn Zeit ist das wichtigste Gut, das wir haben. Wir sollten darauf achten, sie zu genießen und das Beste daraus zu machen. Und mittlerweile kann ich sagen, dass auch wenn ich viele Stunden arbeite und am Computer sitze, dass ich das Beste aus meiner Zeit mache, weil ich einen Job mache, der für mich mehr ist als nur ein Job. Er ist die Auslebung meiner Werte und Tätigkeiten, die mir Freude bereiten. Ich hoffe du tust genau das Gleiche…